Das Professor Zamorra-Interview

Vor einiger Zeit habe ich einen Roman für die Heftserie Professor Zamorra verfasst. Dieser Text ist als Band 1359 am 23.6.2026 veröffentlicht worden (und kann hier nach wie vor bezogen werden: https://bastei.de/serie/grusel-horror/professor-zamorra/professor-zamorra/00210-2026-01359)

Im Inneren des Heftromans findet sich ein Interview, das der Redakteur der Serie mit mir geführt hat. Es geht um Professor Zamorra, um meine Reisetätigkeiten und ein wenig um meine Befindlichkeiten.
Diesen Text möchte ich euch nicht vorenthalten, auch wenn er halt schon drei Monate alt ist . Geführt wurde das Interview am 23.6.26. Viel Spaß beim Lesen!

F: Michael, wir kennen uns ja schon lange, insbesondere durch die Zusammenarbeit beim HAUS ZAMIS, wo ich dich als exzellenten Horror-Autor schätzen gelernt habe. Jetzt hast du deinen ersten PZ geschrieben. Kamst du damit zurecht oder war es schwierig, sich in die Charaktere und die Serie hineinzufinden?

A: Es war verhältnismäßig einfach, in die Rollen der Hauptcharaktere reinzufinden. Zamorra und Duval bieten vergleichsweise große „Projektionsflächen“ für mich als Autor. Wobei ich ehrlicherweise mit Nicole Duval noch ein Stückchen besser zurechtgekommen bin. Sie ist ein bissl frecher und anzüglicher, das kommt mir beim Schreiben ein Stück entgegen.
Noch hab ich die beiden aber noch nicht hundertprozentig im Griff. Ich arbeite daran. Was dann wohl auch bedeutet, dass ich einen zweiten Roman zur Serie beitragen werde, nicht wahr? 🙂 

F: Seit Jahren reist du auf deinem Motorrad in der Welt umher und schreibst unterwegs. Wie muss man sich das vorstellen?

A: Es ist nicht gleich die ganze Welt die ich bereise. Europa (mit Ausflügen Richtung Türkei und Kaukasus) reicht mir vorerst. 
Wenn es um die „technische“ Seite dieser Reisen geht: Ich fahre untertags umher und setze mich am späten Nachmittag oder am Abend dann an den Rechner und beginne zu schreiben. Das kann durchaus fordernd sein, aber wenn es mir mal zu viel wird, na, dann lege ich halt einen Ruhetag ein oder konzentriere mich auf eine dieser beiden Seiten meines derzeitigen Lebens. 
Aber dieses Leben besteht nicht nur aus Reisen und Arbeiten. Ich musste während der letzten Jahre auch ein Rundherum aufbauen: Wie kriege ich es mit den Dingen hin, die ich unterwegs nicht erledigen kann, wie zum Beispiel meine Buchhaltung? Wie halte ich es mit meinen Sozialkontakten, mit meinen Kindern oder mit dem, was ich in Österreich zurückgelassen habe? – Generell bemerke ich an mir selbst, dass sich derzeit die Gewichtung immer weiter in Richtung Unterwegssein verlegt und das Gefühl fürs Zuhause tendenziell verloren geht.

F: Du hast bislang zwei Bücher über deine Reisen geschrieben. Ein drittes ist jüngst erschienen. (dazu kannst du vielleicht was erzählen, Motivation etc.)

A: Am dritten Motorrad-Reisebuch arbeite ich derzeit, es wird im Juli 2026 seine Erstveröffentlichung feiern. 
Das war für mich von vorneherein klar: Wenn ich schon so viel Zeit unterwegs verbringe und ich zufällig auch noch Autor bin, dann schreibe ich auch drüber. Wobei ich nur selten klassische Kapitel mit Reiseberichten verfasse, sondern meine Unterwegs-Beobachtungen weitervermitteln möchte. Wie fühlt es sich in Gallicien, der Auvergne, in Newcastle-on-Tyne, Hammerfest (um willkürlich ein paar Namen zu nennen) an, fühle ich mich wohl, was fällt mir auf? Ich schreibe über Begegnungen, über Missgeschicke, über meine Fehlerhaftigkeit, über besondere Beobachtungen … 
Reisen bildet enorm. Was ich vor Ewigkeiten im Geographie- und im Geschichtsunterricht erzählt bekommen habe, erhält auf einmal ein Gesicht. Aus Daten, die ich lernen musste, werden Landstriche und Erlebnisse. Es ist unglaublich schön für mich, meinen Beruf mit meinem liebsten Hobby, dem Motorradfahren, verbinden und dabei auch noch meinen Wissensdurst stillen zu dürfen.
Eines ist mir übrigens wichtig: Was ich erzähle und beschreibe, hat nur am Rande mit dem Motorradfahren zu tun. Meine BMW ist Mittel zum Zweck. Es geht mir vielmehr drum, die Welt beziehungsweise Europa mit eigenen Augen sehen und erleben zu dürfen

F: Du hast jahrzehntelang maßgeblich PERRY RHODAN mit deinen Roman mit geprägt. Magst du verraten, warum du ausgestiegen bist?

A: Gleich mal vorneweg: Das Kapitel PERRY RHODAN ist für mich nicht abgeschlossen. 
Ich habe bis etwa Mitte 2025 sehr intensiv an dieser größten Science Fiction-Serie der Welt mitgewirkt. Und irgendwann ist der Moment gekommen, da ich spürte, dass die Lust am Schreiben verlorengeging. PERRY RHODAN hat sich für mich auf einmal wie Arbeit angefühlt, und das war kein angenehmes Gefühl. Also bin ich ausgestiegen und hab mal frische Luft geatmet, hab mich bei anderen Serien wie PROFESSOR ZAMORRA versucht und ganz generell geschaut, was denn so mit mir passiert. 
Das ist der Status Quo. Ob und wie ich nochmals PERRY RHODAN schreibe, wird sich bald mal entscheiden.

F: Was sind deine Pläne für die nächsten Monate?

A: In erster Linie muss ich auf die Gesundheit achten, ich hab ein bissl mit Krebs zu kämpfen. Das ist weitgehend unter Kontrolle, aber die Krankheit macht halt die Endlichkeit des Daseins spür- und bemerkbar. Und ganz sicher lass ich mich nicht davon abhalten, weiter zu reisen. Heuer stehen, wenn alles klappt, noch Schottland, Skandinavien und – hoffentlich – Moldawien auf der Liste. 
Derzeit sitze ich auf dem Peloponnes in Griechenland. Ich blicke auf eine kleine Insel, die unmittelbar dem Festland vorgelagert ist, und der Sonnenuntergang war sagenhaft. Aber es gibt unterwegs halt auch immer die andere Seite: Ein Sturm ist soeben über das kleine Dorf hinwegtobt, in dem ich sitze. Morgen erlebe ich vermutlich ein paar Stunden auf dem Motorrad im Regen. Dieses Leben unterwegs hat nun mal zwei Seiten …

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